Seit dem 01. August ist es nun so weit: Sie dürfen von Ihrem Provider nicht mehr zu dessen bevorzugtem Router gezwungen werden.

Wie war es vorher: Sie haben einen Internet-Anschluss bestellt und bekamen den passenden Router gleich mit dazu. Meist flog dieser "Baumarkt-Router" gleich hinaus, sobald ein IT-Dienstleister diverse Möglichkeiten vermisste.

Meist hatte der IT'ler sogar Recht: Viele einfache Router scheitern schon, wenn es um Port-Forwarding an Geräte mit fest vergebener IP-Adresse geht. Lieber verteilen sie die IP-Adressen selbst und leiten dann via DNS an die Clients. Problematisch wird's halt immer, wenn eine Software zusätzlich auf die Geräte zugreifen soll und das (klassisch) per IP-Adresse tun will. Als Beispiel sei hier eine Videoüberwachung genannt, bei der die Videoüberwachungs-Software Aufzeichnungen der Kameras halten soll, während von außen auf die Kameras zugegriffen werden soll.

Die Einrichtung von echtem VPN ist ein weiteres Thema, wobei im Router Benutzer mit Kennwörtern eingerichtet werden sollen, die sich von außerhalb einwählen dürfen. Auch die Installation eines Antivirus-Systems beherrschen die wenigsten einfachen Router, auch die Zurverfügungstellung verschiedener WLANs kann kaum einer der Baumarkt-Klasse, ganz zu schweigen von der Lieferung aussagefähiger Protokolle.

Einige Router nutzen Ports, die eigentlich für die Einrichtung von VoIP wichtig wären und müssen ausgetauscht werden.

Sie haben also oft genug zwei mal zahlen müssen. Einmal für den Router, den Sie vom Provider bekamen, ein weiteres Mal für den Router, den der IT-Dienstleister vorausgesetzt hat.

Hinzu kamen gerne weitere Stolperfallen: Der Provider gab die Zugangsdaten nicht heraus oder verweigerte die Schaltung zuvor vereinbarter Dienste. Immer wieder finden wir noch "Router an Router" - spätestens dann, wenn ein (sonst vollwertiger Router) absolut nicht dazu bewegt werden kann, auch nur ein einziges WLAN bereit zu stellen.

Und da sind wir noch lange nicht bei der Bereitstellung eines werbewirksamen öffentlichen WLANs für Kunden und Gäste. Und auch nicht bei der Möglichkeit, nach einem Providerwechsel einen eingerichteten Router einfach weiter nutzen zu können.

Doch trotz der geänderten Gesetzeslage versuchen einige Provider, durch Hintertürchen bestehende Verfahrensweisen einfach weiter auszuleben. Manchmal wird verlangt, einen alten Vertrag zu kündigen und dann neu abzuschließen, in einigen Fällen geht es tatsächlich nur per Provider-Wechsel. Wenn Sie sich nicht an die Vorgaben dieser Provider halten, müssen Sie unter Umständen Einbußen hinnehmen, die z.B. die Bandbreite oder die nutzbare Anzahl von Telefonnummern betreffen.

Wie auch immer: Sollten Sie Probleme haben, sind wir an Ihrer Seite!