Das Thema Freifunk geht derzeit verstärkt durch die Medien - gemeint ist hier, dass Unternehmer ein frei verfügbares WLAN für Besucher zur Verfügung stellen können.

Natürlich ist es im Smartphone oder Tablet nett anzusehen, wenn der eigene Router den Firmennamen als SSID herauspüstert – immerhin ist das auch ein gutes Stück Werbung und gerade in Fußgängerzonen interessant.

Doch gibt es hier midestens zwei Stolperstellen, die zunächst Beachtung finden sollten:

  1. geltendes Recht
  2. mal wieder die Technik…

Unser dringender Tipp:

Warten Sie unbedingt ab, bis die rechtliche Seite geklärt ist! Derzeit wird ein Anschlussbetreiber mit dem Anbieter gleich gestellt. Sie versorgen damit unter Umständen die Schülergruppe vor Ihrem Café mit illegalen Musik-Downloads – SIE gelten derzeit noch als Anbieter!

Das soll sich aber erst in der nächsten Zeit ändern. Bis dahin ist Zeit, die technische Seite zu betrachten…

Das WLAN ist ein so genanntes „Shared Medium“. Ausgehend von einem AccessPoint breitet sich ein WLAN in seiner Fresnel-Zone aus, alle Teilnehmer erhalten ein Stück Bandbreite. Je mehr Teilnehmer, desto weniger Bandbreite steht dem Einzelnen zur Verfügung und desto langsamer wird es für jeden.

Um mehrere WLANs nebeneinander betreiben zu können, ist das 2,4GHz-Band in 13 Kanäle eingeteilt, technisch bedingt senden die AccessPoints um jeweils zwei Kanäle nach links und rechts auf der Skala. Ein WLAN, das fest auf Kanal 11 eingestellt wurde, belegt somit auch Teile der Kanäle 9, 10, 12 und 13.

Um eine größtmögliche Bandbreite zur Verfügung zu stellen, bedarf es demnach der Absprache mit den Nachbarn, mit denen sich die Fresnel-Zonen überschneiden.

Eine sichere Trennung ist nur mit den Kanälen 1, 6 und 11 möglich, mit etwas Tricksen können die Kanäle 1, 5, 9 und 12 verwendet werden – aber nur, wenn man den Router anweisen kann, mit lediglich 20MHz Kanalbreite zu senden.

Gute Router verfügen sogar über die Möglichkeit, die SendeSTÄRKE herabzusetzen. Das macht in diesem Falle sogar Sinn, da kaum jemand versuchen wird, einen ganzen Stadtteil zu versorgen. Häufig werden die Werte „Max.“, "Min.", „40%“ und „20%“ angeboten. Für ein Café, dessen Nachbar ebenfalls ein WLAN stellen möchte, empfehlen wir 20% Sendeleistung. Das reicht bei guter Antennen-Platzierung locker für den gesamten Innen- und Außenbereich.

Was für die WLANs wichtig ist, kommt den IP-Adressen nur zu Gute: Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn getrennte IP-Adressbereiche ab und vermeiden Sie so das Auftauchen von z.B. Verbindungsfehlern.

Bis hierher haben wir also die WLAN-Netze für die Besucher besprochen:

  • (rechtliche Situation abwarten!)
  • Absprachen mit den Nachbarn
  • Aufteilung der Kanäle
  • Beschränkung der Sendestärke und Kanalbreite
  • Unterschiedliche SSIDs (Namen der WLANs, hier: Ihre Werbung)

Lassen Sie uns nun den Blick auf das (eigentlich wesentlich wichtigere) Firmen-Netzwerk richten:

Wir empfehlen DRINGEND zur Zwei-Router-Lösung! Warum? Ausreichend Neugierige und Technik-Begeisterte gibt es – aber auch die haben in Ihren Unternehmens-Daten nichts zu suchen!

Der Router, der am Internet-Anschluss hängt, stellt das WLAN für die Besucher.

An diesen Router wird der zweite Router angeschlossen, der mit einem eigenen IP-Adresskreis, einem eigenen WLAN auf einem geeigneten Kanal sendet.

Somit erhalten Sie zwei „galvanisch“ getrennte Netze. Auch hier sind Messungen bzw. Absprachen mit den Nachbarnetzwerken sinnvoll, gerade, was die Kanäle, deren Breite und die Sendeleistung des AccessPoints betrifft.

Um den Kunden nicht die gesamte Internet-Bandbreite zu überlassen besteht die Möglichkeit, die Internet-Bandbreite für das WLAN am Kunden-Router zu begrenzen. Sinnvoll wären hier 20%, für die Firma blieben dann 80% übrig.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Planung und Umsetzung Ihrer Vorhaben, gerne auch im Kontext mit Ihren Nachbarn. Auf die Entwicklung der Rechtslage haben wir leider keinen Einfluss.