Windows XP wird schon bald auslaufen, die Medien laufen heiß und berichten, was das Zeug hält.

Hier eine kleine Übersicht über die Desktop-Windows-Produkte und ihre geplanten Lebenszyklen - um die "Dramatik" zu erhöhen, haben wir auch die jeweiligen Verkaufsstarts herausgesucht:

 

Windows-Version Verkaufsstart Ablaufdatum grundlegender Support Ablaufdatum      erweiterter Support
       
Windows XP 31.12.2001 14.09.2009 08.04.2014
Windows Vista 30.01.2007 10.04.2012 11.04.2017
Windows 7 22.10.2009 13.01.2015 14.01.2020
Windows 8 30.10.2012 09.01.2018 10.01.2023

 

Ab dem 30.06.2008 verschwanden die XP-Pakete aus den Ladenregalen, mit 22.10.2010 wurden die letzten Rechner mit vorinstalliertem Windows XP hergestellt.

Was passiert mit XP am 08.04.2014 tatsächlich?

Nichts.

Also: eigentlich gar nichts mehr...

Für diejenigen Leser, die sich schon einige Jahre länger mit Windows-Betriebssystemen befassen, ist das nichts Neues.

Die IT-Welt war noch schwarz/weiß und MS-DOS 6.22 war der letzte Schrei. Abgelöst wurde es von Windows 3.11, welches eine große Verbreitung fand, NT4 auch, parallel dazu 95C und 98SE. Dann kam Windows 2000 (aufgrund des erfolgreichen Domänen-Modells der Windows 2000 Server), gefolgt von XP und 7.

Apropos Server: Mit Windows 2000 Server fand auch eine einheitliche Struktur Einzug in klein- und mittelständische Unternehmen und lösten die Linux und Novell Server ab, die von Fall zu Fall, (Handelsmarge), Umfeld und Techniker-Know-How aufgebaut wurden.

Einige Versionen haben wir auch zu gerne vergessen: Windows 3.1, 95, 98, Millennium-Edition und Vista. Irgendwie scheinen das die Lückenstopfer zwischen den "echten" Betriebssystemen zu sein, die man auch tatsächlich empfehlen und einsetzen kann.

Von Windows 8 halten auch wir noch immer Abstand und verweigern den Verkauf (zumindest "nach Möglichkeit" - Support wird natürlich geleistet!), Windows 8.1 wird sich wohl im Unternehmens-Umfeld beweisen können - so zumindest unsere vorsichtige Vorausschau. Doch auch hier werden wir noch testen und abwarten.

Erinnern Sie sich noch an die Aufruhr, als bekannt wurde, dass XP nun beim Hersteller aktiviert werden muss? Das war neu und ungewohnt - immerhin hatten wir Techniker damals den einen oder anderen Lizenzschlüssel von NT4, 95C, 98SE und 2000 im Kopf (bzw. auf einem wohlbehüteten Zettel), mit dem wir uns dann und wann zu helfen wussten...

Zurück zum Einstand: XP wird abgekündigt! Warum?

Nun - es ist viel geschehen in den letzten 12 Jahren, in denen sich das beliebte Betriebssystem behaupten musste. Es sind vor allen Dingen die Ideen und Wünsche der Anwender, die ein Betriebssystem abbilden muss - immerhin bildet es die Schnittstelle zwischen Anwender und Rechner (heute müsste man schon fast sagen: "zwischen Anwender und Internet").

Und eben diese Ideen und Wünsche der Anwender sind es, die Windows XP langsam die Luft zum Atmen nimmt. Es wären zu viele Äste und Verzweigungen hinzuzufügen, als dass es möglich wäre, dieses Betriebssystem noch länger auf dem Stand der Dinge zu halten.

Einfacher und günstiger ist es - auch aus Herstellersicht - ein neues Betriebssystem zu etablieren, das mit den meisten Neuerungen bereits umgehen kann. So ist es geschehen mit Windows 7 und so wird es weitergeführt werden mit Windows 8.1 (Vista und 8 lassen wir außen vor).

Einem Betriebssystem geht es hier nicht anders, wie einem erfolgreichen Auto-Modell: Der Mercedes /8 war schon klasse, der Golf I auch, doch wirklich fahren wollen die heute nur noch eingefleischte Enthusiasten. Die Werkstatt-Intervalle sind zu kurz, der Verbrauch zu hoch, Gurtstraffer, Airbag und ABS (aktive Sicherheit) fehlen, Xenon-Licht, Klimatisierung und Spiegelheizung (passive Sicherheit) auch, Navigationssystem, Lenkunterstützung und Sitzheizung (Komfort) ebenfalls, von Motorleistung jenseits der 150 Pferde bei unter 6 Litern auf 100km (bei dem Gewicht!) gar nicht erst zu sprechen. Hat Rostschutz etwas mit Investitionssicherheit zu tun? ROI (Return On Investment)? Was müsste man also alles tun, um einen alten 6 Volt Brezel-Käfer auf neuesten Stand zu bringen?

Wieder zurück zum Einstand: XP wird abgekündigt! Was passiert jetzt (bald)?

Ab dem 08.04.2014 passiert nichts mehr. Sie werden nicht mehr von MS-Update gezwungen werden, Updates herunterzuladen und Ihren Rechner X-Mal neu zu starten. Es kehrt (seitens Microsoft) endlich Ruhe ein. Ab dem 08.04.2014 haben Sie endlich einen Rechner, um den Sie sich nicht mehr kümmern müssen, sondern den Sie benutzen können. Bravo!

Wie viele Stunden haben Sie mit Weiter - Weiter - OK - Fertigstellen - Neustart - Weiter - Weiter - Lizenzbestimmungen akzeptieren - OK - Weiter - Neustart verbracht? Wieviele Yottabytes an Updates sind durch die Welt gegangen und wie hoch war die CO2-Belastung für die Umwelt?

Doch diese Ruhe ist trügerisch!

Denn andererseits haben eben diese Updates dafür gesorgt, dass Sie Ihren Rechner weiter nutzen konnten, während Skript-Kiddies dabei waren, die nächsten Sicherheitslücken zu suchen. Und eben diese Sicherheitslücken sind es vornehmlich, um die sich Microsoft nicht mehr kümmern wird (wie auch die Garantie des Brezel-Käfers abgelaufen sein wird und Volkswagen von Haus aus sicherlich kein Scheibenwisch-Intervall-Relais nachrüsten wird). Es wäre einfach zu umfangreich.

Andersherum und weiter gedacht: Jede Sicherheitslücke, die ab genanntem Datum bekannt wird, wird gnadenlos ausgenutzt werden, um Windows XP-Rechner zu attackieren.

Die ersten Hersteller von Antiviren-Software haben begonnen, Windows XP nicht mehr zu unterstützen. Natürlich gibt es noch Alternativen, wie auch bei den Browsern: Der neueste Internet-Explorer lässt sich nicht installieren? Firefox, Opera, Chrome... alles vorhanden und funktioniert. Outlook 2013 und XP klappt nicht? Thunderbird mit ein paar Erweiterungen leistet ähnliche Dienste. OpenOffice ist eh bekannt...

Die ersten Hersteller von Peripherie (Drucker, Scanner und was man sonst noch so nutzt) werden den Treibersupport für Windows XP einstellen. Die Zeiten sind leider vorbei, einem modernen Drucker einen Treiber vom HP-LaserJet III unterzujubeln.

Die ersten Hersteller von Software stellen den Support von Installationen auf Windows XP ein. Mit Problemen werden Sie hier mittelfristig allein gelassen werden.

Aus ökonomischer Sicht gibt es verschiedene Anhaltspunkte:

  1. Nutzen Sie Ihr privates Windows XP so lange, wie es Ihnen möglich ist. Der Rechner hat allerdings seine Arbeit getan und ist reif für den Ruhestand. Sein Restwert wird die 50 Euro-Marke wahrscheinlich nicht mehr knacken, sodass maximal noch eine halbe Stunde Arbeit investiert werden kann, ohne seinen Restwert zu überschreiten.
  2. Sollten Sie in Ihrem Unternehmen extrem teure Software einsetzen, die auf neueren Windows-Versionen absolut nicht zu bewegen ist, wäre eine Virtualisierung des Systems möglich und sinnvoll. Dann müssten allerdings auch andere Enden - wie z.B. der Virenschutz oder die Verbindung zu einem wesentlich moderneren Server-Betriebssystem - zwingend über einen anderen Weg sicher gestellt werden.
  3. Der Rechner selbst ist - außer den Innereien und dem Gehäuse drumherum - nichts wert ohne Software, Einrichtung, Daten, Datensicherung und Sicherstellung der Verfügbarkeit. Diese Punkte überschreiten den Wert des Rechners an sich bzw. machen ihn erst nutzbar und bestimmen sein Daseins-Recht.

Aus sicherheitsrelevanter Sicht gibt es jedoch nur eines: Raus mit dem alten Kram - konsequent!

Daraus ergeben sich unsere Vorschläge:

  1. Ein laufendes System mit Windows XP kann noch eine gewisse Zeit (einige Monate...) weiter betrieben werden, allerdings sollten keine Investitionen mehr erfolgen.
  2. Diese Karenzzeit muss allerdings sinnvoll genutzt werden: Unterlagen und Dokumentationen zusammenstellen, Daten sammeln und sichern, Umstellung planen, nötige Alternativen finden
  3. Alle Welt spricht von Windows XP, doch die Server im Hintergrund dürfen nicht vergessen werden! Achten Sie auf eine homogene Umgebung - das spart Kosten und Nerven!

Windows 7 und Windows Server 2008 R2 bzw. Server 2011 stellen derzeit für uns den Standard für ein stabiles Netzwerk bis mindestens März 2014 dar.

Ab April/Mai liefern wir Windows Server 2012 und Windows 8.1.

Bitte beachten Sie: Microsoft bietet für den 2012 kein "Small-Business"-Bundle mehr an. Exchange muss laut Vorgaben auf einem separaten Server betrieben werden. Es fallen also zusätzliche Hardware- und Lizenzkosten an.

 

Was können wir für Sie tun?

 

Wir freuen uns auf Ihre Bekanntschaft!